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Returnal

der spirit

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Nein Phrike, diesmal nicht.
Lange habe ich gebraucht um hierher zu kommen. Unzählige Heilitems habe ich aufgenommen, gesucht und erarbeitet. Meine Waffe ist gut aufgelevelt, diverse Zusatzfeatures wie Homing-Missiles oder Strahlenschuss sind geupdatet.
Und doch sieht es Anfangs nicht gut aus. Nach 2 Treffern durch deine Schüsse, stehe ich wieder vor einem im Sande verlaufenen Versuch. Doch ich halte durch, konzentriere mich und schaffe wie in Trance die erste und zweite Phase.
Jetzt geht es um die Wurst.
Phrike ballert aus allen Rohren, perfekt getimte Ausweichmanöver müssen her, nebenbei muss ich springen um den Wellen auszuweichen, der heftige Laserstrahl kommt auch irgendwann. Und ganz nebenbei muss ich mittels Pistole immer wieder draufhalten. Gegen Ende des Kampfes war ich wieder im roten Bereich, ein Treffer mehr hätte ich nicht mehr überlebt.
Doch soweit kommt es nicht. Schweißgebadete Hände und verkrampfte Finger sind seit Minuten meine Achillesferse, neben der kleinen Energieleiste von Selene.
Dann, nach einem Vorstoß meinerseits ist der Boss besiegt. Ich schreie auf, lasse den Controller liegen und habe dieses “Endlich Geschafft” Gefühl wieder aufleben lassen wie ich es von einer anderen Spieleserie kenne.
Was ich im Moment noch nicht weiß: Phrike war im Gegesatz zu dem was danach kommt, absolut harmlos und lächerlich im Nachhinein betrachtet.




Recht viel wird zu Beginn von Returnal nicht erklärt. Selene, Ihres Zeichen Astronautin, stürzt mit Ihrem Schiff auf einen fremden Planeten ab.
Das Ziel ist klar: aus der lebensfeindlichen Umgebung verschwinden. Schon kurz nach dem Beginn macht allerdings ein grausiger Fund den Aufenthalt zu einem Mysterium: Selene findet Ihre Leiche und Ihre persönlichen Aufzeichnungen über den Alien Planeten Atropos. Was zu Beginn absolut verstörend und unreal wirkt, legt sich im laufe des Spiels. Immer und immer wieder stirbt Selene um kurz danach den kompletten Zyklus nochmals zu erleben. Inkl. Absturz, Schock, Rückblenden und Wut auf den Schwierigkeitsgrad.
Das Thema des Rougelike wird hier organisch, stimmungsvoll und bereichernd rübergebracht.
Viel bleibt Selene bei einem Neustart nicht im Inventar.
Die sekundäre Währung Äther, welche zum Aktivieren von Speicherpunkten oder zum Öffnen von Truhen benötigt wird, bleibt erhalten.
Weiterhin bleiben Waffenupgrades ebenfalls erhalten damit diese nicht mühevoll neu erlernt werden.
Das Wichtigste was bleibt: Selenes Erfahrung wie Gegner beizukommen sind, wie Gebiete aufgebaut sind und was diverse Fähigkeiten und Items bringen und eingesetzt werden können.

Returnal ist ein 100%iger 3rd Person Shooter. Was möchte ich damit sagen? Rätsel oder großartige Cutscenes darf man nicht erwarten. Hier wird geballert, ausgewichen, gesprungen und kurz nachgedacht wo und wie es nun in den umfangreichen Leveln weitergeht.
Das Spielgefühl der Shooter Passagen ist referenz würdig was an so vielen Sachen liegt.
Die Steuerung ist punktgenau und individuell anpassbar. Das Haptic Feedback des DualSense lässt euch Schüsse, Umgebung und das Nachladen der Sekundären Waffenfähigkeit spüren was besonders bei der Feuerfunktion stellenweise überlebenswichtig ist. Durch die adaptiven Trigger lassen sich alle Waffen einzigartig bedienen und geben ein wuchtiges Feedback.
Die Arenen in denen sich Selene und Ihre Widersacher bekämpfen, sind abwechslungsreich und so designt, dass die Schusswechsel immer spaßig und anspruchsvoll sind.
Die zahlreichen Gegner sind so Divers wie manche Gesellschaft.
Es gibt die großen Klötze, die viel HP und eine große Stärke in Ihren Angriffen aufweisen.
Fliegende Gegner sind schwieriger zu treffen und machen Selene mittels Laserschüssen das Leben schwer. Geschütztürme bewegen sich logischerweise nicht, erfassen aber Selene und setzen mittels verschiedenen Waffensystemen zu.
Ab und an werden Gegner durch einen Schutzschild geschützt, welchen es zuerst im Nahkampf auszuschalten gilt.



Returnal ist wie erwähnt bockschwer. Zahlreiche Tode werden euch begleiten, immer häufiger habe ich mich zum Beispiel gefragt ob es sich lohnt und wieso ich mir diese Tortur antue.
ich möchte auch nicht sagen, dass das Spiel immer fair bleibt. So gibt es Bereiche wo gefühlt die stärksten Gegner zusammen spawnen was einen schnellen und lauten Tod zur Folge hat.
Um einen Zyklus möglichst gut zu bewältigen muss einiges zusammen spielen was in meinen Fällen selten der Fall war.
Die Gesundheitsleiste muss mühevoll aufgebaut werden, zwei oder besser mehrere Heilitems sollten im Gepäck sein und die Gegner dürfen unter keinen Umständen so agressiv sein wie es meistens der Fall ist. Erst dann ist Großes möglich.
Glücklicherweise bleiben Abkürzungen/Teleporter bestehen was die Frustgrenze minimal herabsetzt.
Dann gibt es ja noch die Bosse...Diese sind herrlich schrecklich designt und ernten schon zu Beginn massig Respekt ein. Hier werden alle Fähigkeiten und Waffenupgrades die man sich angeeignet hat benötigt und für die ersten Versuche ist ein wenig Glück auch nie verkehrt.
Umso erfreulicher ist es, dass sich ab einer gewissen Spielzeit eine Art “Normalität” und ein Selbstbewusstsein aufbaut wie es im Genre üblich ist.
Nach unzähligen Stunden nochmals ins erste Gebiet zurückzukehren und die damals noch bock schweren Passagen, nicht mittels Feuerkraft sondern mit dem Erfahrungsschatz zu bewältigen, ist ein toller und motivierender Effekt.

Da Returnal das erste, richtige Playstation 5 Spiel war (Demons Souls als Remake ist eine Art Zwischending) waren die Augen auf Housemarque gerichtet ob und wie die Hardware vor allem grafisch ausgenutzt wird. Die Antwort: Ganz gut aber mit Luft nach oben.
Absolut herausragend ist die Atmosphäre welche mit den Licht/Schatten Spielen erzeugt wird. Weiterhin sind die verschiedenen Biome toll gezeichnet, Effekte wie Sand oder Explosionen sind toll und nebenbei läuft das Gezeigt absolut flüssig in 60 Bildern pro Sekunde.
Texturen werden nur ganz selten und bei schnellen Voranschreiten nachgeladen was nicht wirklich Next-Gen würdig erscheint. Was aber Next-Gen würdig ist, sind das Fehlen von Ladezeiten. Zwischen den Biomen gibt es keinen ladescreen, Portale werden durchschritten und instant ist man am Zielort. Einen Startbildschirm gibt es ebenfalls nicht, da Returnal immer mit einem neuen Zyklus startet.
Großes Lob verdient auch der Sound. Selenes deutsche Sprecherin macht Ihren Job gut, wahre Wunder erwartet man seitens einer abgeklärten und nüchternen Astronautin sowieso nicht.
Die Umgebungsgeräusche sind schaurig schön und spannend, die Musik spielt sich nur auf wenn es zu der Situation passt. Und daneben gibt es dumpfe Effekte, schreiende Gegner und Schallwellen die das Gespielte immersiv wirken lassen.



Das hört sich nun nach einem perfekten Spiel an, oder?
Spielerisch kann man das gerne diskutieren was oder ob etwas besser gemacht werden könnte, denn bessere Shooter sucht man sehr lange.
Technisch gibt es selten Grund zum Meckern, die Probleme die Returnal hat sind zu Release umfangreich weggepatched worden.
Hier und da kann man diskutieren ob so viele dunkle Biome sein mussten und ob die optische Abwechslung eventuell auf der Strecke geblieben ist. Aber da die Entwickler Ihr Werk so geschaffen haben wie angedacht, werde ich es hier nicht bewerten.
Ein einfacherer Schwierigkeitsgrad? Bin ich kein Fan von da es einen Großteil der Faszination zerstört.
Returnal ist ein Brett, spielerisch wie atmosphärisch, was mir eine Menge Frust, Leid aber auch Spaß und Freudentränen beschert hat. Aktuell der heißeste Anwärter auf den GotY Award.

8.5/10

 :ws-crew-gold-classic:


PotatoFritz

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Ich bin zu schlecht und hänge noch immer im ersten Biom   :-\


Faust

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Ich bin zu schlecht und hänge noch immer im ersten Biom   :-\

Ich habe die erste Stage auch nur mit purem Glück geschafft? Oder etwas ähnlichem. War mein erstes "anspielen", angemacht, losgespielt, ersten Boss ganz knapp gelegt und mich gewundert. Dachte schon, der Schwierigkeitsgrad wäre moderat. Fehlannahme. Über Stage 2 kam ich bis heute nicht hinaus. Besonders ärgerlich ist, das man echt viele Stunden am Stück Zeit haben und spielen muss da man ja alles in einem Run erledigen soll. :(
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Tyketto

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Wenn ich die Bilder sehe....einfach nur schön.
Was hätte das für ein cooles Sci-Fi Spiel werden können.
Ohne diesen ätzenden Rogue Like Anstrich.  :-*



"Bleibt wie ihr seid.Oder noch besser,werdet wie ich!"


wraith

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Hab mir das Spiel ja schon angeguckt, bekomme da aber nach Sekunden Flimmern in den Augen, epileptische Anfälle und der Schaum kommt mir aus dem Mund.
Nix für mich.
Hektisches Theater.
"The controller has been the biggest barrier separating gamers from the world of designers." (Peter Molyneux, Juni 2011)
"Der Controller wird weiterhin das A und O bleiben aufgrund seiner besseren Genauigkeit und der Haptik." (Bazong, Juni 2011)
"Es wird ernsthafte Natalspiele geben" (Erwiderung)


Arena

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TOLLES Review ! (Wie gewohnt).

--- aber ...

... Besonders ärgerlich ist, das man echt viele Stunden am Stück Zeit haben und spielen muss da man ja alles in einem Run erledigen soll. :(

Das ist es, was mir ein spielen dieses Spiels unmöglich machen wird. "Viele Stunden am Stück" könnte ich NIE und nimmer "einplanen". Entweder müssen die Speicherabschnitte (relativ) kurz sein oder es muss bestenfalls eine Immer-Speichern-Funktion geben.

Ansonsten gehts mir da wie dem Jörg, hätte ...

 :)