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R-Type Final 2

southflorida

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R-Type Final 2

Studio: Granzella
Publisher: NIS America
Release: 2021
getestet auf: Xbox Series S
weitere Systeme: PS4, Switch, Xbox One, PC


Man kann eine Sprache erlernen. Manchen Menschen macht das Spaß, sie gehen darin auf. Andere lernen sie, weil sie es schlicht müssen. R-Type Final 2 ist (böse gesagt) wie das Erlernen einer Sprache. Ich kann für den ersten Level inzwischen im Grunde das gesamte Leveldesign auf Karopapier aufzeichnen (und es weicht im Übrigen nicht allzu weit von dem des "Ur-R-Type" ab), jeden einzelnen Gegner platzieren. Ich kenne es in- und auswendig, was nicht verhindert, dass ich trotzdem schon im ersten Level getroffen werde... Macht sowas wirklich Spaß? Mir jedenfalls nicht.


Wenn du bis ins Detail kennst, was als nächstes passiert. Aber trotzdem gehst du drauf...

R-Type Final 2 war eigentlich "Liebe auf dem ersten Blick". Es sah ansprechend aus, versprach schönes "Ballerspieldesign" ohne den leidigen Fetischismus, die Mode von heute, laufend die Polarität des Raumschiffs zu verändern. Im besten Fall konnte ich erwarten, schlicht ein "weitergedachtes" Spielprinzip der goldenen Ära der "Spielhallen-Ballerspiele" der 1980er und 1990er Jahre zuhause zocken zu können. Wie schön, dass endlich mal ein neues R-Type den Weg aus Japan in den Westen gefunden hat.

Doch die wirkliche Freude an diesem Spiel wandelte sich schnell um in Frust, oder wahlweise auch Langeweile. Man kennt jeden Schuss auswendig, spult das somit eigentlich immer gleiche Programm ab und wird dann "doch" von der Hintergrundgrafik oder irgendeinem "Laser" getroffen. Oft geht man vorher drauf, als man zuvor schon war. Klar hat das auch mit Konzentration zu tun, andererseits ist es hier irgendwie nur Arbeit. Wie das "Sprachen lernen" eben...

Ich würde nicht sagen, dass das Spiel schlecht ist: gewiss steckt viel Mühe drin, aber ist echt für mich nichts (mehr). 
Das alte R-Type hab ich wochenlang täglich gespielt. Aber vielleicht wird man auch einfach nur älter?

Nerviges Auswendiglernen, überpenible Kollisionsabfrage, oftmals störende Hintergrundgrafik.
Das alte R-Type war schwer und super, hier hab ich auf dem Schwierigkeitsgrad "Normal" jedoch das Gefühl, immer nur der Arsch zu sein. Bin ich ja vielleicht auch. Kleine Nervigkeit am Rande, dass man erst etliche Male Knöpfchen drücken muss, bevor man spielen kann. Muss bei einem "Ballerspiel" wirklich u.a. die zu bestätigende Rückfrage kommen, ob man wirklich spielen möchte? Die ganzen tollen Aspekte schneller Ladezeiten durch die gegebene Konsolenarchitektur werden da z.T. wieder ad absurdum geführt. Beim Master System war ich damals zehn Sekunden nach Anschalten der Konsole im Spiel, hier zieht es erst mal eine Klickorgie nach sich.


5/10
« Letzte Änderung: Juli 08, 2021, 04:11:57 Nachmittag von southflorida »


Legio X

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Ich bin auch der Meinung das man für alte Spiele meist ein romantisches Gefühl entwickelt.

Ich habe auf dem Commodore 64 so gut wie kein Spiel durchgespielt, weil die einfach zu hart waren. Arcades halt.

Ich hab mir mal auf der Manica DVD das Durchspielen von Bruce Lee angeschaut und da wusste ich, das Spiel hätte ich niemals beendet.

Und so ist es auch bei RType. Die Spiele sind auswendig lernen und auf Reaktion angelegt.

Axelay auf dem SNES konnte ich durchspielen, weil das fair war.

Und ich kann auch nicht verstehen, wie Leute diese Bullet Hell Shooter durchspielen können. Da muss man ja vorher bestimmt 5 Liter Energy-Drinks intus haben  ???

 


southflorida

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Wobei R-Type auf dem Master System definitiv fair und durchspielbar war, das habe ich auch geschafft.

Würde das dem R-Type Final 2 auch nicht absprechen, aber wo bleibt der Spaß, wenn ich wirklich ALLES auswendig lernen muss (und trotzdem übersieht man noch was). Das war bei dem alten R-Type in der Form nicht so krass.


der spirit

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Mir gefällt es, wie du bei deinem Review den für dich großen Kritikpunkt "Arbeit" als Rahmenthema aufgreifst und immer wieder darauf zurück kommst bzw. es auch mit einem persönlichen Erlebnis (Sprache lernen) vergleichst.
Ich denke damit ist zu dem Spiel alles gesagt.
Gutes Review, was mir die Lust, die fast nie vorhanden war, auf das Spiel genommen hat.
Ergo, alles richtig gemacht.  :)


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Ich hatte meinen Finger schön öfters über den "Kaufen" Button kreisen lassen aber es hat mich in Endeffekt nie wirklich überzeugt.
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Clorell

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Schlecht finde ich das Spiel nicht. Allerdings ist es aber auch nicht so gut gemacht, wie R-Type I/II/III/Super. Das habe ich aber auch nicht erwartet. Ich würde sagen, es ist soweit solide, aber man hätte vieles besser machen können. Was mir aber definitiv an dem Spiel gefallen hat, ist die Ausstattung. Immerhin ist sogar eine Soundtrack-CD mit dabei. Ob man das Spiel nun allerdings braucht? Nicht unbedingt.
Möge die Macht mit Dir sein.


docower

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Ich hab ja R-Type Final seinerzeit geliebt, aber mit der Demo von Final 2 bin ich auch nicht warm geworden. Vor allen Dingen die unerklärlichen Tode aus dem "Hintergrund" haben mich schnell genervt.
Früher war es gut. Heute ist es besser. Ach wäre doch nur alles wieder gut!